Bloggen: Der Boom hält an

Vor einigen Jahren musste man einen Artikel über Blogs und das Bloggen noch mit einer langen Einführung unter dem Motto beginnen: Was ist überhaupt ein Blog? Heute weiß die Mehrheit aller Internetnutzer etwas mit diesem Begriff anzufangen. Und ein wachsender Anteil an Nutzern des WEB hat mittlerweile einen eigenen Blog. Ursprünglich als eine Art Tagebuch für und von Leuten konzipiert, die gern über ihr Leben schreiben und diese Freude und Informationen mit ihrer Umgebung und der ganzen Welt teilen wollten hat der Blog heute kein Schattendasein mehr.

Das Kunst-Wort Blog, die einfache Verknüpfung von Web und Logbuch, hat einen ähnlichen Siegeszug im Zeitalter des WEB 2.0 angetreten wie schon andere einfache Ideen der Kommunikationsgesellschaft. Ich muss gestehen, als ich erstmals von der technischen Idee der SMS hörte, das konnte ich mir nicht vorstellen, dass einmal ein Kommunikationsmedium mit so wenigen Zeichen die Mehrheit der Menschen begeistern wird. Ähnliches gilt für Twitter und am Anfang auch dem Blog.

Niemand weiß, wie viele Blogs es heute weltweit gibt. Es sind auf jeden Fall viele Millionen. Sie sind in den letzten Jahren wahrlich wie Pilze aus dem Boden geschossen.

Warum sind Blogs so schnell so beliebt geworden? Das hat sicher viele Gründe.

Einerseits dürfte das generelle Kommunikationsbedürfnis der Menschen, das auch Plattformen wie Facebook zu Rekordzahlen verhilft, ein Hauptgrund für das schnelle Anwachsen der Bloggerszene sein. Menschen wollen sich austauschen und möchten präsentieren, was sie machen und lieben.

Ein weiterer Grund dürfte sein: Zum Erstellen eines Blogs braucht man keine Fachkenntnisse. Im Gegensatz zu einem Aufbau einer „normalen“ Website, bei dem man wenigstens Grundkenntnisse in HTML und CSS haben sollte, benötigt man für den Start eines Blogs keinerlei Fachwissen. Die meisten kostenpflichtigen Webhoster haben das Anlegen von Blogs als Standardapplikation implementiert. Aber auch wenn man Blogsysteme wie WordPress selbst installiert, dann kann man dies auch als Anfänger mit wenig Mühe in weniger als 30 Minuten bewerkstelligen. Zudem gibt es auch zahlreiche kostenlose Möglichkeiten des Aufbaus eines Blogs.

Wer sich vor 20 Jahren der Welt mitteilen wollte, der musste wahrscheinlich versuchen, einen Verleger zu finden und ein Buch zu schreiben. Heute ist dies sicher auch noch ein interessanter Weg, aber es wird nur noch wenige Autoren von Büchern geben, die nicht auch parallel ihr Buch über einen Blog bewerben und in die Welt tragen.

Bloggen, twittern, Social Media, Facebook – all diese Dinge verschmelzen in gewisser Weise miteinander und bestimmen auch immer mehr das Privatleben der jüngeren Generation.

Eines ist aber trotzdem verwunderlich. Wenn man den aktuellen Statistiken glauben darf, dann sind weniger als 1 % aller Blogs oder Plattform-Accounts von Unternehmen angelegt bzw. genutzt.

Dies wird sich meiner Auffassung nach bald grundlegend ändern. In Ländern wie den USA sind Firmen-Blogs schon weitgehender Teil der Firmenkultur und Firmenseiten in Social Networks auf breitem Vormarsch.

Deshalb werde ich mich auch in einem der nächsten Artikel etwas eingehender mit dem Corporate Blogging beschäftigen.

 


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